Kennzeichnung Edelstahl

Edelstahl wird meist in folgender Form beschrieben: A2-70
Diese Schreibweise lässt sich in folgendes Schema zerlegen:

 

A 2 -70

Kennzeichen
Werkstoffgruppe

Kennzeichen
Stahlgruppe
Zugfestigkeit

 

Kennzeichen Werkstoffgruppe:

In diesem Fall handelt es sich um einen austenitischen Edelstahl, die alle mit A abgekürzt werden. Darüber hinaus gibt es noch ferritischen Edelstahl, der mit F abgekürzt wird und martensitischen Edelstahl, der mit C abgekürzt wird. Hier eine kurze Übersicht über die einzelnen Gruppen:

Martensitische Edelstähle:
Stähle mit 10,5-13 % Chromanteil und einem Kohlestoffgehalt von 0,2-1%.
Weitere Elemente können als Legierungsanteil zugefügt werden. Durch Vergüten kann die Festigkeit gesteigert werden. Allerdings muss das Verhältnis zum Kohlenstoff eine Wärmebehandlung zulassen.

Ferritische Edelstähle (sog. Chrom-Stähle):
Diese Stähle besitzen einen Chromanteil, der zwischen 12 und 18% liegt sowie einen sehr geringen Kohlenstoffgehalt (unter 0,2%). Daher sind diese Stähle auch nicht härtbar.

Austenitische Edelstähle (sog. Chrom-Nickel oder Chrom-Nickel-Molybdän Stähle):
Diese Stähle bieten die beste Kombination aus mechanischen Eigenschaften, Korrosionsbeständigkeit und Verarbeitbarkeit. Da sie so flexible Anwendungen bieten, sind sie die wohl wichtigste Gruppe an nicht rostenden Stählen. Besonders wichtig ist die hohe Korrosionsbeständigkeit. Diese kann durch einen zunehmenden Legierungsgehalt von Chrom und Molybdän noch weiter gesteigert werden.
Austentische Stähle sind nicht härtbar, das hohe Dehnungsvermögen garantiert aber eine gute Kaltumformbarkeit.

 

Kennzeichen Stahlgruppe:

Hier wollen wir nur noch die Gruppen der Werkstoffgruppe des austenitischen Edelstahls anschauen, da dieser die weiteste Verbreitung hat. Beim austenitischen Stahl gibt es die fünf Stahlsorten A1, A2, A3, A4 und A5. Diese haben folgenden chemische Zusammensetzung:

 Stahlgruppe  Chemische Zusammensetzung in % (Maximalwerte, wenn nicht anders angegeben)
C Si Mn P S Cr Mo Ni Cu
A1  0,12 1 6,5 0,2 0,15 - 0,35 16 - 19 0,7  5 - 10  1,75 - 2,25
A2  0,1  1  2  0,05  0,03  15 - 20  -  8 - 19  4
A3  0,08  1  2  0,045  0,03  17 - 19  -  9 - 12  1
A4  0,08  1  2  0,045  0,03  16 - 18,5  2-3  10 - 15  4
A5  0,08  1  2  0,045  0,03  16 - 18,5  2-3  10,5 - 14  1

Stahlsorte A1
Die Stahlsorte A1 ist speziell für die spanende Bearbeitung bestimmt. Durch den hohen Schwefelgehalt haben die Stähle dieser Stahlsorte eine geringere Korrosionsbeständigkeit als entsprechende Stähle mit einem normalen Schwefelgehalt.

Stahlsorte A2
Die sind die am öftesten genutzten nicht rostenden Stähle. Sie sind allerdings nicht geeignet für chloridhaltige Umgebungen (Schwimmbäder) oder in der Nähe von Meerwasser.

Stahlsorte A3
Diese Stähle haben die gleichen Eigenschaften wie die Stähle der Stahlsorte 2. Sie sind aber zusätzlich durch den Zusatz von Titan und eventuell Niob und Tantal stabilisiert gegen interkristalline Korrosion.

Stahlsorte A4
Diese Stahlsorte ist "säurebeständig" und für chloridhaltige Umgebungen geeignet. Daher wird dieser Stahl in Schwimmbädern und in Küstennähe eingesetzt.

Stahlsorte A5
Ähnlich wie zwischen den Stahlsorten A2 und A3 verhält es sich auch mit den Stahlsorten A4 und A5. A5 ist ein stabilisierter Stahl mit den Eigenschaften von A4.


Zugfestigkeit:

Die Zugfestigkeit beschreibt die maximale mechanische Zugspannung, die der Werkstoff aushält, bevor er bricht.
Die angegebenen Werte (in diesem Fall 70) entsprechen einem Zehntel der minimalen Zugfestigkeit in N/mm² (in diesem Fall also mindesten 700 N/mm²)

 

Kennzeichnung von Edelstahlteilen

Bei Schrauben ab 5 mm Durchmesser müssen Stahlgruppe, Festigkeitsklasse und Herkunftszeichen auf der Schraube enthalten sein.
Muttern müssen ebenfalls gekennzeichnet sein.

Zurück nach oben